Porträt Roman Just

In "Über den Autor" erfahren Sie bereits einige Detail zu Autor Roman Just. Hier stellt er sich in einem Porträt vor und gewährt Ihnen einen Blick in seine Arbeit, Bücher, Gedankenwelt und Lebensphilosophie.

Porträt Autor Roman Just

Geschmäcker und Ansichten

Hallo Herr Just, dass Porträt, wie soll es geführt werden? Erst einmal Hallo! Das ganze bitte leger, per Du, ohne Hast und danach mal sehen, was dabei herausgekommen ist.

Okay, gehen wir es an: Was bist du in der Eigenschaft des Schreibens und hörst lieber: Autor oder Selfpublisher? Ich bin Selfpublisher, und zwar zu 100%. Diese Rolle werde ich auch gegen keinen Vertrag mit einem Verlag eintauschen. 

Wir kommen später auf dieses Thema zurück. Zunächst wollen wir den Lesern einen kleinen Einblick in deine Gedanken geben. Zehn Worte, auf die du bitte, ohne lange zu überlegen, eine Antwort geben solltest: Bereit? (Roman Just nickt und trinkt sein Weißbier an. Wir sitzen im Museumscafé Pirandello in Gelsenkirchen-Buer) Das erste Wort: Ukraine? Das letzte Bollwerk gegen ein autoritäres Regime. Frieden? Weltweit eine Illusion. Gesundheit? Das höchste Gut eines Menschen. Wohlstand? Hat man durch Gesundheit. Corona? Die Grippe der Zukunft. Armut? Durch sie lernt man Bescheidenheit und Demut. Wichtig? Der Planet und das Klima. Unwichtig? Konsum und Wirtschaft. Ärgerlich? Die Wertvorstellungen von einem Teil der Gesellschaft. Erfreulich? Die Freiheit des Seins.

Zehn Personen, die du nicht magst: Der türkische Präsident: Der Putin im Westen. Sarah Wagenknecht: Sollte sofort nach Russland ziehen! Unser Bundeskanzler: Ein Feigling. Donald Trump: Ein Lügner, Betrüger und verdeckter Hitler. Putin? Uneheliches Kind von Stalin. Das chinesische Staatsoberhaupt: Der größte Sklavenbesitzer aller Zeiten. Björn Höcke von der AfD: Ein Charakter, der über Leichen gehen würde, nur damit es ihm gut geht. Bolsonaro: Wie Putin, Höcke, Trump und Xi Jiping nur an unkontrollierbarer Macht interessiert, nicht am Leben und Freiheit der Menschen. Lukaschenko: Ein Suppenkasper Putins, aber kein bisschen besser. Michael Kretschmer: Eine Ehe mit Sarah Wagenknecht und ein Neuanfang in Russland wäre für Beide angebracht.

Zehn Persönlichkeiten die du magst: Paul McCartney: Ein Genie in fast jedem Bereich, denn niemand ist perfekt. Julien Assange: Die Verkörperung der Wahrheit. Michael Moore: Seine Dokus offenbaren Schattenseiten von Charakteren, ein gutes Beispiel ist Barack Obama. Mohandas Karamchand Gandhi: Einer der Menschen, die der Gewalt mit Worten begegnet sind. Nelson Mandela: Ein Staatsmann, von dem alle anderen viel lernen könnten, wenn sie sich seiner Geschichte bewusst wären. Stan Laurel und Oliver Hardy: (Das Duo wird in diesem Fall als eine Person gezählt, ohne dadurch einen der Erwähnten über den anderen stellen zu wollen) Zwei Komiker, ein Traumpaar, die einem aus Humor die Tränen in die Augen treiben. Robert Habeck: Grundsolide, ehrlich, klar auch überfordert, trotzdem aufrichtig und bemüht. Christoph Wanner: Sachlich, differenziert und klar verständlich. Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Endlich eine Frau, die Tacheles redet! Wolodymyr Selenskyj: Ein Mann, ein Wort, mit allen Nebeneffekten, die ein Krieg mit sich bringt. Ein Mensch, der nicht nur sein Volk und dessen Freiheit zu verteidigen versucht, sondern ein Präsident, der mit seiner Nation für die Freiheit aller westlicher Demokratien einsteht.

Welche deiner fünf Eigenschaften beurteilst du als Positiv und Negativ? Positiv: Die inzwischen angeeignete Gelassenheit, die stets bewahrte Geduld im privaten Bereich, die Ausdauer bei der Verfolgung eines Zieles, das Hinhören und nicht Weg-Sehen in allen Bereichen des Lebens und die gewonnenen Einsichten, die einen nicht dümmer gemacht haben. Negativ: So dumm es klingt, ich betrachte es als Nachteil nicht nachtragend zu sein. Sehr negativ ist mein Verlangen, es so gut wie möglich machen zu wollen, von anderen dasselbe zu verlangen wie von mir, meine aufbrausenden Emotionen, die schnell vergehen, und der Hang, den Mund nicht halten zu können.

Was würdest du im Nachhinein immer wieder tun? Schalker werden.

Was würdest du im Nachhinein nie wieder tun? Schalker-Fan werden.


Der Autor, ein Schalker-Fan

Seit wann bist du Schalker? 1971 

Weshalb? Es ist der geilste Club mit den geilsten Fans auf der Welt.

Deine größte Enttäuschung als Anhänger? Als Schalker sind es standardmäßig 04: Das Mitwirken und die Art von Clemens Tönnies in dem Verein, der Umgang und die Entlassungen von Mirko Slomka, André Breitenreiter und nicht zuletzt von Domenico Tedesco.

Die größte Freude als Fan: Die Wiedergeburt des Vereins und der Fans nach dem Abstieg in der Saison 20/21. 

Die bitterste Niederlage? Jede Niederlage tut weh, vor allem dann, wenn man wie in der Abstiegssaison ohne Gegenwehr verliert. 

Dein sportlicher Höhepunkt als Fan? Das 4:4 in Dortmund und der Sieg in der Champions-League in Madrid. 

Andere Fans würden einen Titel erwähnen, du nicht, warum? Manche Spiele sind für mich wichtiger als Trophäen. 


Der Berufsweg und der Einstieg zum Schreiben

Zurück zu deinem Werdegang: Was hat dich zum Schreiben bewogen? Nichts, außer vielleicht das eine oder andere Buch von Alistair McLean. Zwar wäre ich gerne Journalist in den Siebzigern geworden, aber das Leben ist kein Wunschkonzert.

Woran ist es gescheitert? Als ich 1977 die Schule mit einem qualifizierten Hauptschulabschluss verließ, hatten weder ich noch meine Familie die finanziellen und beziehungstechnischen Voraussetzungen um einen Fuß in den  Berufszweig setzen zu können. Außerdem gab es schon damals eine brutale Form der Diskriminierung. Als Sudetendeutscher hatte ich es somit wegen der Herkunft nicht immer leicht.

Welchen Berufsweg hast du letztlich eingeschlagen? Ich war 42 Jahre in der Gastronomie tätig. In dieser Branche habe ich fast jede Tätigkeit ausgeübt. Überwiegend war ich jedoch im Service tätig, danach viele Jahre selbständig und später auch als Koch aktiv. 

Deine größte berufliche Enttäuschung? Der Umgang mit dem Euro bei seiner Einführung. Aus drei oder fünf Mark wurden drei und fünf Euro, viele Betriebe haben danach die Quittung für ihre Gier erhalten und waren zur Geschäftsaufgabe gezwungen.

Dein berufliches Highlight? Ich bin vielen Stars und Sternchen begegnet, habe Persönlichkeiten aus verschiedenen Metiers bedienen dürfen, aber zwei Namen stehen trotz der Prominenz auf der Liste über allen anderen: Peter Alexander und Wolfgang Petry. Der eine ein Gentleman allererster Güte, der andere ein bodenständiger Mensch mit Niveau.

Welches Fazit würdest du über dein Berufsleben ziehen? Es gibt schönere und einfachere Jobs, die zudem deutlich besser bezahlt werden, ohne dass man sich von Idioten anpöbeln lassen muss.


Zu den Büchern

"Blutender Tod"

Kommen wir zu deinen Büchern. Bist du mit deinen Veröffentlichungen zufrieden oder gibt es etwas, was du im Nachhinein lieber anders gemacht oder erzählt hättest? Mit den Geschichten bin ich überwiegend zufrieden, wobei die Geschmäcker verschieden sind. Bei der Umsetzung vom Manuskript zum Buch kommen viele Faktoren zusammen, die es zu bewältigen gibt. Besser geht immer und bei jeder Publikation lernt man dazu.

Wie viele Bücher hast du bisher veröffentlicht und in welchen Genres bist du unterwegs? 2022 werden es zehn inklusive der zwei Sammelbände, die eigentlich nicht mitgezählt werden dürfen. Mit Vorliebe schreibe ich Thriller und Krimis, auch Fantasy und Science-Fiction, doch mein großes Ziel ist ein Historischer Roman, der vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg angesiedelt sein soll.

Ein paar Worte zu deinem Debütroman, der im April 2022 veröffentlich wurde: Ich neige nicht dazu, meine Geschichten über den grünen Klee zu loben. Entweder Leser mögen sie oder eben nicht, allerdings ist der Thriller "Blutender Tod" ein sehr schwieriges Buch. Wer gerne unbekümmert liest, ist bei diesem Titel falsch. Die Geschichte ist kompliziert, mitdenken ist gefragt und erst die zeitlichen Rückblicke führen in ein Finale, in dem die Ereignisse schlüssig erklärt werden.

Wie würdest du das Buch beschreiben, unabhängig vom Genre? Ohne eingebildet klingen zu wollen: Für mich ist "Blutender Tod" ein gepflegter Thriller, der spannend und herausfordernd ist. 

Wie lange hast du an dem Titel gearbeitet? Die Geschichte ist 1996 entstanden, damals hieß sie anders und wurde auch nie veröffentlicht. Der Handlungsort war nicht Boston und die Protagonisten hießen nicht Forrest, Molly oder Adam. Die Überarbeitung, mit der ich 2018 begonnen hatte, nahm fast ein halbes Jahr in Anspruch. Schließlich, nachdem die Geschichte eine Achterbahnfahrt durchgemacht hatte, habe ich das Buch im April 2022 veröffentlicht. Allein die Entstehung des Buches wäre eine Kurzgeschichte wert, die niemand glauben würde.


"Die Baby-Trilogie"

Was ist besonders an der Trilogie? Es hätte sie nie gegeben, wenn ich das Buch "Kill Baby, Kill!" nicht geschrieben hätte. 

Warum? Unglaublich, aber wahr: Der Umfang des Buches ist immens, so dass es Schwierigkeiten bei der Veröffentlichung gab, wodurch viele Fragen offen geblieben sind. Aus diesem Grund entstand die Trilogie.

Wegen der offenen Fragen der dritte Teil? Nicht unbedingt deshalb, denn Kill Baby, Kill! ist zu einhundert Prozent ein abgeschlossener Thriller. Wer "Baby wird Böse" und "Baby ist Böse" liest, könnte danach denken, was gibt es noch zu erzählen. Genau das war die Herausforderung: Was passiert mit Roger Dovell, wie geht es mit Baby weiter und findet die geplante Verschwörung ein Ende? Diese Fragen wollte ich noch geklärt haben.


"Kill Baby, Kill!"

Wir sind bei dem Buch, durch das die Baby-Trilogie entstanden ist. Erzähle uns die Entstehungsgeschichte und deine Meinung zu dem Titel: Das Buch ist so entstanden, wie alle meine Werke: Computer an, ein leeres Dokument geöffnet und dann rund eine Stunde nach dem ersten Satz gesucht. Nachdem er gefunden war, ging es los und zwölf Wochen später hatte ich über eintausend Seiten. Um Erfahrungen zu sammeln, habe ich mir vorgenommen, den Titel bei Amazon zu veröffentlichen. Es gelang, allerdings musste ich die Schriftgröße verkleinern und das gebundene Buch deutlich kürzen. "Kill Baby, Kill!" ist vielleicht von der Geschichte mein bisher bestes Buch, wobei es eben anders ist.

Inwiefern? Die Story ist actionreicher, die Zusammenhänge komplexer. Bis auf die psychologische Verfassung von "Baby" wurde auf überwiegend Tiefgründigkeit verzichtet, dafür mehr Wert auf Tempo in der Story gelegt. Der Titel ist nicht besser oder schlechter als "Blutender Tod", meiner Meinung nach, kann er jedoch lockerer gelesen werden, da es keinen zeitlichen Sprünge gibt.

Dein Fazit: Ich erlaube mir keines, außer das ich stolz auf das Buch bin.


"Die Gelsenkrimis"

Wie kam es zu der Reihe "Gelsenkrimi"? Gute Frage, nächste Frage. Im Ernst: Es war eine plötzliche Eingebung und auch die Lust, ein paar Bücher zu entwickeln, in denen der Handlungsort die Stadt ist, in der ich wohne.

Wie sieht die Entwicklung aus? Wie immer: Leeres Dokument, der Rest ergibt sich von selbst.

Im Vergleich zu deinen Thrillern haben die Gelsenkrimis bis jetzt eine deutlich niedrige Seitenzahl. Warum? Um Lesern Bücher für knapp zehn Euro anbieten zu können. Bereits ab einer Seitenzahl von 160 wäre das nicht möglich.

Leiden die Geschichten darunter? Nicht, wenn man sich in die Storys versetzt.

Wie meinst du das? Zum Beispiel adoptiert in "Eric Holler: Glück Auf, Tod!" eine Familie zwei Kinder. Wenn sich nun jemand die Frage stellt, warum sie es getan haben, dann ist die wahrscheinlichste Antwort, dass sie selbst keine bekommen konnten. Solche Erklärungen sind bei der begrenzten Seitenanzahl überflüssig.

Das Cover zu "Glück Auf, Tod!", welchen Bezug hat es zum Inhalt? Es ist ein Gelsenkrimi, die Geburt und der Tod lösen in uns den Glauben an eine höhere Macht aus, anders kann ich es nicht beschreiben. 

Die Gelsenkrimis hast du in der Woche vor Weihnachten kostenlos zum Download angeboten. Wie zu sehen, haben die Bücher eine Top-Platzierung erreicht, trotzdem hast du dich geärgert, warum? Es ist schon ungewöhnlich, dass ein Buch, welches noch nicht gelesen wurde, in diesem Fall die Nummer Eins in der Abbildung, drei Sternebewertungen bekommen hat. 

Wie kommst du darauf, dass "Eric Holler: Glück Auf, Tod" bewerten wurde, ohne gelesen worden zu sein? Die kostenlose Werbeaktion ist nur möglich, wenn der Titel bei KDP von Amazon angemeldet ist. Ist es der Fall, wird es auch ersichtlich, wie viele Bücher downgeloadet und Seiten eines Titels gelesen wurden. Bei Glück Auf, Tod stand die Zahl null gelesene Seiten und doch hatte das Buch bereits drei Bewertungen. Natürlich ohne Kommentar.

Was sagt dir das? Dazu äußere ich mich nicht, da ich über Rezensionen ohne Kommentar eine einsame Meinung vertrete.

Die wäre? Nur zwei Aussagen dazu: Bewertungen ohne Kommentar sollten nicht möglich sein, wer eine Meinung hat, müsste sie auch begründen, egal, wie viele Sterne vergeben wurden.

Zurück zum Gelsenkrimi. Wie viele Bücher planst du in dieser Reihe? Für 2023 habe ich vier Titel eingeplant, was danach kommt, mal sehen. Jedes Vorhaben in der Zukunft ist schließlich von der Gesundheit abhängig. 


Weitere Titel von Roman Just

Ein Ausflug in das Genre der Lyrik

Sammelband der Baby-Trilogie

Ein Ausflug in das Genre Fantasy.


Initiativen des Autors

Lesung mit Marvin Roth am 25. Mai 2022 im Museumscafé Pirandello.


Spende an die Arche Noah mit Hilfe vieler Autoren und Leser

11. Mai 2022 - Spendenbetrag: 1200,- €

Lesung mit Horst Heckendorn am 31. Oktober 2022 im Museumscafé.


Die Gründung der Autorenecke.com

15. Oktober 2020


Ein Interview zum Schreiben

Wie war es, als du dein erstes Buch veröffentlicht hast? Welche Gefühle hattest du in diesem Moment? Klar ist eine Vorfreude da, danach ist man ein bisschen stolz. Immerhin steckt in jedem Buch eine Menge Arbeit. Ein Endergebnis zu sehen ist motivierend, egal, wie andere Leute das Resultat bewerten.

Wurden deine Erwartungen enttäuscht und falls ja, mit welchen veröffentlichst du neue Bücher? Im Gegensatz zu vielen schreibenden Kollegen bin ich ohne Erwartungen in das Abenteuer Schreiben eingestiegen.

Was würdest du jedem Neuling in diesem Metier empfehlen? Sachlich bleiben und nicht an Ruhm und Erfolg denken, sondern an die Geschichte, vor, während und nach der Veröffentlichung.

Zu welchen Zeiten und wie oft schreibst du innerhalb einer Woche? Völlig unterschiedlich. Ich mache mir keinen Druck.

Wie lange brauchst du für ein vollständiges Manuskript? Auch das ist verschieden: Ich brauche für mich selbst ein Veröffentlichungsdatum als Ziel und je näher es rückt, umso intensiver bin ich am Schreiben. Davor lasse ich es oft sträflich schleifen.

Wenn du ein Buch anfängst, wie hast du dich vorbereitet und nach welchen Regeln schreibst du, also frei drauf los oder mit einem Plot? Es klingt unglaubwürdig, aber ich habe keine Idee oder einen Plot. Wenn der erste Satz gefunden und geschrieben ist, kommt alles von allein.

Was geht es dir, wenn du unter ein Manuskript das Wort Ende setzt? Die Freude darüber lässt mich jedem Buch nach.

Die schlimmste Aufgabe, die in Bezug auf das Schreiben umgesetzt werden muss, ist für dich welche? Die Korrektur. Ab irgendeinem Zeitpunkt sieht man die eigenen Fehler nicht mehr, dass ist ärgerlich, aber leider nicht zu ändern.

Die Idee für ein Manuskript, woher kommt sie, eher durch den Alltag oder mehr spontan? Wie bereits erwähnt, völlig spontan.

Unabhängig von allen Vor- und Nachteilen, aber mit dem heutigen Wissen: Würdest du das Abenteuer Belletristik erneut angehen? Ja, auf jeden Fall, allerdings viel früher, als es bei mir der Fall ist.

Welchen Dienstleister würdest du Selfpublishern zum Anfang empfehlen? Ich kann jedem nur raten, zu lernen versuchen. Druckerzeugnisse würde ich aktuell über Tredition veröffentlichen und E-Books über Amazon. Aber letztlich muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen.

Arbeitest du mit einem bestimmten Schreibprogramm? Nicht unbedingt. Ich schreibe über Word, danach kommt das Manuskript in Papyrus. Damit fahre ich meiner Meinung nach relativ gut.

Wenn du schriftstellerisch tätig bist, stören dich Nebengeräusche oder bist du in deiner fiktiven Welt versunken? Egal, welche Geräusche in meinem Umfeld zu vernehmen sind, ich höre nichts und bin in meinen Zeilen versunken.

Was ist dein Lieblingsgenre und welches könntest du auf gar keinen Fall bedienen? Thriller, danach Krimis. Niemals wäre ich fähig, einen Liebesroman zu schreiben.

Hast du ein schriftstellerisches Vorbild oder welches Buch hat dich bisher am meisten beeindruckt? Es gibt viele sehr gute Bücher, aber ich habe kein Vorbild. Wirklich beeindruckt hat mich bisher kein Titel, gefallen haben mir viele.

Welche Ziele strebst du als Autor an? Schreiben, schreiben, schreiben, besser werden und unterhalten.

Konntest du schon Erfahrungen bei Buchmessen sammeln und wenn nicht, würdest du gerne? Ja, als Gast, nicht als Autor. Eigentlich bin ich an Buchmessen nicht interessiert, denn Selfpublishern helfen sie in der gegebenen Form kaum weiter.

Hast du schon an irgendwelchen Preisausschreiben teilgenommen und wenn ja, welche Erfahrungen hast du gemacht? Bisher noch nicht und ein Interesse daran besteht kaum.

Was ist für dich in deinen Büchern besonders wichtig? Kommt auf den Titel oder die Reihe an: Bei Tatort Boston ist es die Tiefgründigkeit, bei den Gelsenkrimis eine gewisse Lockerheit.

Schriftstellerisch gesehen: Was würdest du nie wieder tun? Mein Buch einem Lektor anvertrauen, den ich nicht persönlich kenne.


Die letzte Gesprächsrunde

Roman, wir haben mit dem Porträt vor rund zwei Monaten begonnen und schließen es heute kurz vor Jahresende ab. Haben sich in der Zwischenzeit deine Ansichten und Geschmäcker wesentlich verändert? Kein bisschen! 

Hast du dir für das nächste Jahr etwas vorgenommen? Das mache ich seit meinem achtzehnten Lebensjahr nicht mehr, würde so oder so schief gehen. 

Sind Wünsche für die Zukunft vorhanden? Ja, dass meine Freunde, Bekannte und ich gesund bleiben. Alle anderen Wünsche sind leider eine Illusion.

Welche? Frieden auf der Welt, das Ende von Armut und Reichtum, der Untergang von Neid und Gier, lauter solche Dinge halt.

Nenne drei Vorgänge, die dich in den vergangenen zwölf Monaten besonders geärgert haben? Der offene Brief von Alice Schwarzer, der zögerliche Umgang der Regierung mit dem Krieg in der Ukraine und die nicht nachvollziehbare Umsetzung der Sanktionen.

Wie hättest es du lieber gesehen? Gegen offene Briefe und Meinungen kann man nichts machen, aber in den anderen Bereichen hätte man längst schneller und auch anders reagieren können. Etappenweise Sanktionen zu verhängen ist in meinen Augen eine bodenlose Frechheit gegenüber einem angegriffenen Land. Wenn Sanktionen, dann alle so schnell und hart wie möglich. Vielleicht wäre der Krieg dadurch schon vorbei. Dazu der Umgang mit Waffenlieferungen, ich bleibe dabei: Durch das Zögern hat insbesondere der Kanzler seine Hände mit ukrainischem Blut beschmiert.

Andersrum, was hat dich besonders erfreut? Das der Westen überwiegend zusammenhält, mein Umfeld zum Großteil von Schicksalsschlägen verschont geblieben ist und sich dieser Kreis vergrößert hat.

Worauf freust du dich? Es kommt wie es kommt.

Worauf dürfen wir uns von dir freuen? Natürlich auf meine Bücher und die Überraschungen, die ich stets spontan umsetze.


Persönliche Worte von Roman Just

Liebe Leser!

Meine persönlichen Worte in diesem Porträt sind der Jahreszeit geschuldet. Erst im kommenden Jahr werde ich den Beitrag durch die Sätze austauschen, mit denen ich mich an Sie wenden möchte. Doch dafür ist jetzt nicht die Zeit! Stattdessen fasse ich mich kurz und es kommt von Herzen: Ich wünsche Ihnen ein gesundes, friedliches und harmonisches 2023!

Ihr Roman Just